Eine wirklich schöne Zeit habe ich hier in der Slowakei erlebt. Ich kann mich noch genau an meinen ersten Tag hier erinnern. Ich bin nur für einen Tag in das Werk in Vrable und wieder zurück gefahren. An einem Tag knapp 1000 km fahren, damit man sich seinen Arbeitsplatz, an dem man die nächsten 5 Monate verbringt, für ungefähr 2 – 3 Stunden ansehen kann. Aber zum Glück haben sich 2 Besuche aus Österreich so überschnitten, dass ich wenigstens wegen der Umwelt kein schlechtes Gewissen haben musste. Die Kilometer wären ohnehin gefahren worden.
Empfangen worden bin ich damals von der Sekretärin des Standortmanagers. Alle waren von Beginn weg sehr freundlich zu mir. Mir wurde von allen Seiten gesagt, wenn ich Schwierigkeiten jeglicher Art hätte, könnte ich mich bei ihnen melden. Mein erster direkter Vorgesetzter hat mir daraufhin das Werk gezeigt. Für mich, der ich noch nie in einem Produktionsbetrieb wirklich war, außer mit der Schule, aber in einer Gruppe ist das Erlebnis doch immer ein wenig anders.
Dieser, mein erster Chef, hat mich dann 3 Monate begleitet, und die Aufgaben, die er mir zugewiesen hat waren von einem Mal zum nächsten immer schwieriger und herausfordernder. So hat er mir wirklich viel beigebracht oder zumindest geholfen es mir selbst zu erlernen. Und sobald ich eine Frage hatte konnte ich sie ihm stellen. Er brauchte keine Minute und war voll im Thema drinnen und konnte mir helfen. Doch immer seltener benötigte ich diese.
Die ersten zwei Monate vergingen so. Dann gab es eine Änderung. Mein zweiter direkter Vorgesetzter kam. Er sollte den ersten Ablösen. Sie arbeiteten noch 1 Monat parallel, damit der eine, den anderen einschulen konnte. Dies war meine stressigste Zeit, weil ich von 3 – 4 verschiedenen Personen Aufträge bekam. Ich muss sagen, dass es aber auch gut ist, wenn man viele Aufgaben hat, denn dann vergeht die Arbeitszeit wie im Fluge. Ich testete mein in der Schule erworbenes Wissen zu im Excel programmierbaren Makros. Frischte dieses auf und erntete somit auch wieder ein wenig Anerkennung, weil das ein Thema ist, das nicht viele Leute können, oder zumindest nicht so standardmäßig vorausgesetzt wird, wie die Grundkenntnisse im SAP.
Die restlichen zwei Monate habe ich dann meinen zweiten Chef so gut wie möglich unterstützt und immer hier oder da auch kleiner Aufgabe von anderen Leuten bekommen. Hin und wieder war es ganz schön stressig, dann bin ich meistens nicht zum Bloggen gekommen.
Zu verdanken habe ich diese Erfahrung im Ausland meinem Vater, der mit einem seiner Arbeitskollegen gesprochen hat, der einen eher höheren dieser Firma kennt und natürlich meinem guten Zeugnis. Dies hat mir mein erster Chef verraten. Sie haben mein Zeugnis gesehen, meine E-mails, die zugegebener Maßen sehr selbstsicher geschrieben waren, gelesen und sich gedacht den müssen wir uns ansehen. Der Vertrag wurde so gemacht, dass sie mich auch jederzeit zum Monatsende entlassen hätten können, aber das haben sie nicht gemacht. Nein, sie haben mich sogar gefragt, ob ich nicht verlängern möchte. Dies habe ich aber dankend abgelehnt, da mir durch das Bundesheer schon die letzten Sommerferien „verloren gegangen sind“. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich auch während meines Studiums immer wieder mit Projekten beauftragt werde, für die in der Firma keine Personalkapazitäten verfügbar sind oder die ich einfach besser oder schneller kann. Das kommt mir auch sehr entgegen.
Nach dem ersten Monat ist dann zu den Arbeitern und mir noch ein junger 22jähriger dazugestoßen. Er war ein angenehmer Partner zum Zeitvertreib am Abend und konnte sich auch mit den Slowaken ganz leicht verständigen, weil er eigentlich aus Serbien ist und seine Muttersprache mit dem Slowakischen einige Übereinstimmungen hat.
Das Ende wurde trotz alledem von mir schon herbeigesehnt, weil das Wetter immer heißer wird und ich meine Zeit gerne am See in Gmunden verbringen möchte. Auch habe ich mir einig Projekte für diese freie Zeit vorgenommen. Nach den Stürmen haben wir einiges an Holz, so ungefähr 8 – 10 Meter auf 1 Meter Scheiter zusammengeschnitten, diese müssen mein Vater und ich noch zu Scheiterln für den Kachelofen zerkleinern. Mit meinen Freunden will ich auf Urlaub fahren und mein Zimmer benötigt einen neuen Boden, weil der alte Teppichboden sich schön langsam auflöst. Dann ist noch viel Arbeit im Keller zu machen, wo ich mir einen Kinoraum eingerichtet habe. Dieser soll aber nicht der einzige Raum sein, der so halbwegs herzeigbar ist. Wie sieht denn das aus wenn Besuch kommt.
So jetzt habe ich mir meine nahen Zukunftsgedanken von der Seele geschrieben und nach einer eher längeren post-pause auch meine Leser wieder mal auf den neuesten Stand gebracht. Das hat mir in letzter Zeit immer mehr Sorgen gemacht, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin, aber das Wetter war so schön, dass wir uns in der Slowakei auch ein Schwimmbad gesucht haben. In der Nacht benötige ich meinen Schlaf und am Wochenende habe ich auch immer viel zu erledigen. Noch dazu wenn man immer Kabel legen muss wenn man ins Internet will, wird das zu einer oft zu langwierigen Aufgabe.
PS.: Ich wünsche noch einem guten Freund alles erdenklich Gute bei der Matura, der heute diesen Schritt in seinem Leben begeht. Ich hoffe du hast keinen Schnackerl meinetwegen bekommen, aber ich habe trotzdem an dich gedacht und dir die Daumen gedrückt. Wir werden dann feiern, wenn du von deiner Maturareise nach Hause kommst. Und nicht vergessen, dass du mich über ICQ über dein Ergebnis informierst!!! Ich will es nicht aus zweiter Hand erfahren müssen *gg*.