La vie – life – Leben


ganz alleine
Mai 26, 2008, 6:42
Gespeichert unter: aus dem Alltag gegriffen | Schlagworte: , , ,

Wie meine Leser bestimmt wissen, arbeite ich für 5 Monate in der Slowakei. Hier habe ich ein Praktikum bei einer großen Firma aus meiner näheren Umgebung bekommen, die mich gefragt haben, ob ich denn auch Interesse an einem Auslandpraktikum habe. Fast 4 Monate habe ich schon hinter und nur mehr 5 Wochen vor mir. Doch trotzdem ist diese Woche wieder etwas ganz besonderes, da ich dieses Mal alleine hier her gekommen bin. Der Grund ist schnell erklärt:

Die letzten Monate habe ich immer mit anderen aus der Produktion mitfahren können. Weil diese aber auch nicht Ewigkeiten hier verbringen können bzw. auch ab Sommer wieder in Österreich arbeiten müssen wollte man testen, wie es ohne die österreichische Unterstützung im slowakischen Werk funktioniert. Ich, der ich aber nicht in der Produktion, sondern bei den Büroheinis arbeite, kann aber ohne Weiteres meiner Tätigkeit nachgehen.

Also hat die Firma in ein eigenes Auto gesetzt und mich alleine die 450km weite Reise antreten lassen. Es war insofern ein Erlebnis, als dass ich noch nie ohne Begleitung eine so weite Strecke mit dem Auto zurückgelegt habe. Die abendliche Einsamkeit im Zimmer kenne ich bereits aus Bundesheerzeiten und ist leicht zu ertragen, zumal ich beim Heer weder Fernseher noch PC hatte.

Es ist zwar nicht so, dass ich ungern hier bin, doch manchmal wünsche ich mich doch zurück nach Hause. Gerade in jenen Momenten, wenn ich die Ferien herbeisehne, die unweigerlich vor der Tür stehen. Weil den Sommer habe ich mir ja bekanntlich frei genommen. Ist auch richtig so, der letzte ging ohnehin mit dem Militärdienst drauf. Aber in diesen Momenten kann ich mir jetzt sagen, dass schon andere Mensche eine viel längere Zeit weit weg von zu Hause verbracht haben. Da denke ich nicht zuletzt an eine Schulkollegin, deren Rückkehr wir letztes Wochenende in einem wirklich gemütlichen Kreis gefeiert haben. Sie war in London und hatte im Gegensatz zu mir nicht die Möglichkeit jedes Wochenende ihre Freunde und Familie zu treffen. Auch ein anderer aus meiner Parallelklasse ist nun in London. Vielleicht ist es für aber trotzdem leichter, weil sie ja zumindest die Sprache soweit verstehen, dass sie sich problemlos verständigen können und somit neue Kontakte schließen können.

Aber ich galube das ist wieder eine meiner Ausreden. Ich probier das ja nicht einmal wirklich. Ich gehe nicht auf Menschen zu. Somit wären wir wieder an dem Punkt meiner Schüchternheit. Weil ich darüber aber schon so ausgiebig und wahrscheinlich schon zu viel geschrieben habe, höre ich nun wieder auf.


Noch keine Kommentare bis jetzt
Kommentieren



Kommentieren
Zeilen- und Absatzumbrüche automatisch, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt, HTML-Tags zulässig: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>